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grüne Themen in EningenLetzte Bearbeitung: 10.01.2012
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ENINGEN. »Wenn ich
etwas sehe, starte ich durch.« Annegret Romer (58) ist eine echte Eninger
Powerfrau. Das allerdings, stellt sie klar, sei durchaus nichts Besonderes.
Fast jede Frau in ihrem Bekanntenkreis engagiere sich.
Wenn man sich einsetzt,
kann man mitgestalten, sagt Annegret Romer.
Die Frauen seien es, die Eningen »erspüren«, indem sie zum
Beispiel als Mütter mit kleinen Kindern überall unterwegs sind. So
erging es auch Annegret Romer, als sie 1981 nach Eningen zog.
»Sehr gewöhnungsbedürftig« empfand sie das Leben in der Gemeinde unter der Achalm. War sie doch in Stuttgart geboren und aufgewachsen und hatte danach neun Jahre in Tübingen gelebt. Mathematik und Sport fürs Lehramt an Gymnasien hatte sie dort studiert. Noch während des Studiums wurde ihr erster Sohn geboren, nach dem Referendariat ging sie in die Familienpause.
Die Folgen einer schweren Erkrankung hinderten sie daran, frühzeitig in ihren Beruf zurückzukehren. Erst seit 2004 arbeitet sie wieder als Gymnasiallehrerin. Die Zeit, die ihr neben der Erziehung ihrer vier Kinder blieb, nutzte Romer für etliche ehrenamtliche Tätigkeiten und für ein Studium der Sonderpädagogik, das sie ebenfalls mit dem Staatsexamen abschloss.
Hausi-Treff ausgebaut
Viele Jahre lang war sie Elternvertreterin im Kindergarten und in der Achalmschule. Und schon sehr früh engagierte Annegret Romer sich beim gerade erst aus der Taufe gehobenen Ortsjugendring Eningen. Von 1981 bis 2005 bot sie Aktivitäten für Kinder im Rahmen des Ferienprogramms an. »Die Zirkuswoche und die Indianerwoche - das war meins«, erinnert sie sich wehmütig daran und schließt nicht aus, dort wieder einzusteigen, wenn sie in Rente geht.
Den Hausi-Treff, die Hausaufgabenbetreuung beim Ortsjugendring, baute sie auf und betreute 30 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse. Später arbeitete sie beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Kreisjugendamts in der Familienhilfe und sozialpädagogischen Gruppenarbeit. »Es waren alles einzigartige Kinder«, erinnert sie sich, »mit schulischen Schwächen, die es auszugleichen galt, und anerkennenswerten Stärken.«
Bewusst angestrebt habe sie ihre Ehrenämter nie, erklärt die Gymnasiallehrerin, die auch die Schülermentoren am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen ausbildet und betreut. »Es gab was zu tun - ich hab's gemacht und gern gemacht.« Dass ihr ehrenamtliches Engagement auch in der Bevölkerung geschätzt wurde, erfuhr Romer, als sie 1999 zum ersten Mal für den Gemeinderat kandidierte und als Vertreterin der Grün-Alternativen Liste auf Anhieb und mit sehr gutem Ergebnis in den Rat gewählt wurde: »Eine tolle Rückmeldung«. Das Engagement im Gemeinderat lohne sich, mit der Fraktion habe sie schon viel bewirken können.
Schule für alle
Für die Gemeinde Eningen hat Annegret Romer den Traum einer Gemeinschaftsschule, einer »Schule für alle mit einem tollen Lernkonzept«. Außerdem hofft sie auf einen aktiven Beitrag der Gemeinde zur Energiewende. Auch die Weiterentwicklung des Kunst- und Sinnespfads liegt ihr am Herzen. Insgesamt aber sei Eningen »ganz gut unterwegs«.
Im Juni 2003 initiierte sie zusammen mit Dr. Barbara Dürr den kommunalpolitischen Frauenstammtisch. Regelmäßig gab es Vorträge und Veranstaltungen zu familienpolitischen und kommunalen Themen. Mittlerweile sei der Stammtisch »ein bisschen ersetzt durch das Lokale Bündnis für Familien«, für das sich Romer auf Landkreisebene einsetzt.
Seit 2004 ist sie auch Kreisrätin und findet die Arbeit dort »sehr horizonterweiternd«. Vieles habe sie ohne dieses Engagement nie erfahren. Das gelte auch für die Zeit als Schöffin am Landgericht.
»Es ist nicht alles finanzierbar«, meint Annegret Romer auf die Frage nach dem Für und Wider des Ehrenamts. Viele Angebote gebe es gar nicht, wenn sich Menschen nicht ehrenamtlich engagierten. Und man könne dadurch mitgestalten. Ein Problem sei jedoch, dass Frauen zunehmend erwerbstätig seien und dass neben Familie und Beruf dann ein Ehrenamt oft nicht zu leisten sei.
In den Startlöchern
Was die Politik anbelangt, so werde sie zunehmend ungeduldig angesichts der Langsamkeit bei der Umsetzung vieler Vorhaben. Ihre persönliche Zukunft aber sieht die 58-Jährige klar vor sich: »Es gibt Projekte, die ich schon noch machen will. Ein paar Sachen sind in den Startlöchern.« Konkreteres lässt sich Romer aber nicht entlocken. Nur so viel: »Wenn ich nicht mehr im Gemeinderat sitze, dann kann ich ohne Verbindlichkeiten frech fordern.«
Und in der Gemeinde ist sie längst verwurzelt: »Ich fühle mich total wohl hier und finde Eningen auch richtig klasse.«
Reutlinger GEA, 04.01.2012
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Wirtschaftsentwicklung
- Viel Hoffnung verbindet sich mit dem Verkauf des alten "WaGo"-Gewerbegebiets
Von Thomas Baral
ENINGEN. Keine Frage - in den letzten Jahren hat sich Eningen verändert.
Viele Baulücken im Ortskern sind verschwunden. Echte Sorgenkinder - wie
das brachliegende Gelände am "Scharfen Eck" - sind bebaut, schon
bezogen oder können bald bezogen werden. Auch die Sanierung des alten Pfarrhauses,
beispielsweise, hat dieses zum bewunderten Schmuckstück gemacht.
Hier sollen einmal wieder viel mehr Leute Arbeit finden: Teil des früheren
"WaGo"-Areals im Arbachtal. FOTO: Thomas Baral
Nun scheint sich auch für das brachliegende "Boardinghaus" -
das mal Hotel, mal Studentenwohnheim werden sollte, seit 2005 hatte sich dort
gar nichts mehr getan - eine Lösung gefunden zu haben: Für das große
Gebäude am Kappelbach, das seit seinem Bau Ende der Neunziger-Jahre des
letzten Jahrhunderts leersteht, gebe es einen Antrag auf Nutzung als Lagergebäude,
wie Bürgermeister Alexander Schweizer auf Nachfrage sagt.
Es kümmert sich
wer
Es gebe ja in Ballungsräumen oft für Privatleute Firmen oder Behörden
Lagerbedarf für Gegenstände, die - vorübergehend - sicher untergebracht
werden müssen: Akten oder auch persönliche Gegenstände und Papiere,
die man für eine gewisse Zeit aufbewahren muss oder möchte. Und er
denkt, dass das Gebäude dafür genutzt werden soll. Es werden da also
nicht viele Menschen drin leben - "aber wenn auf diese Weise Geld dort
verdient werden kann", meint er, "dann kümmert sich wer darum
und es steht nicht leer, bis es verrottet ist".
Über eine Entwicklung aber ist der Bürgermeister noch mehr froh, das ist für ihn und Eningen "ein Meilenstein": Kurz vor Weihnachten wurde bekannt, das ehemalige große Wandel-und-Goltermann-Areal (WaGo) ist unter Dach und Fach gebracht worden. Verkauft hat es der "WaGo"-Nachfolger, die amerikanische Firma JDSU an den Immobilien-Dienstleister Fiedler (wie berichtet).
Der schlüpft dann - wie er in einer Pressemitteilung bekannt gab - in eine "Eigentümerrolle", will aber hauptsächlich "ein Katalysator für die Entwicklung des Gebietes" sein.
Und Schweizer ist darüber sehr glücklich: "Wenn der Unternehmer an die Sache glaubt, dann wird es auch was." Der werde sich dafür einsetzen zum Wohl und Nutzen Eningens und geht davon aus, dass sich der Einsatz rechnet. Überhaupt sieht der Schultes damit eine große Wende gekommen für die Gemeinde, wenn das lange Jahre vor sich hin dümpelnde Problem "WaGo-Areal" damit einer Lösung nähergekommen ist.
Weil der bisherige Eigentümer JDSU sich mit einem langfristigen Mietvertrag - es sollen zehn Jahre Mietdauer vereinbart worden sein - und anderen Sicherheiten ins Projekt eingebunden habe, geht Schweizer auch davon aus, dass die Arbeitsplätze dieses Unternehmens damit langfristig sicher sind.
Arbeitsplätze schaffen
Nun kann sich die Gemeinde etwas zurücklehnen und darauf hoffen, dass sich
verschiedene andere Firmen anlocken lassen in das Gebiet, sich dort festsetzen
und letztlich Arbeitsplätze schaffen. Einer der ersten neuen Mieter ist
das Reutlinger Finanzamt. Eine dem ähnliche Nutzung, aber auch Firmendependanzen
oder gar produzierendes Gewerbe könne er sich an diesem Standort vorstellen.
Letztlich sei man nun der ursprünglichen Idee, das Gelände an einen
Investor zu verkaufen, der daraus einen Gewerbepark macht, doch sehr nahe gekommen,
so der Bürgermeister.
Die Eninger haben es erwartet, so denkt er, dass sich nach dem Niedergang der einst weltberühmten Firma mit bis zu 2 000 Arbeitsplätzen in den Achtziger Jahren dort etwas tut, dass Ersatz und wieder viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Dass es nun klappt, da ist er zuversichtlich.
Er ist sehr zufrieden, weil sich seine Bemühungen, zur Vermarktung des Geländes mit der Firma Fiedler auf eine professionelle Basis gesetzt zu haben, nun von Erfolg gekrönt war und man sogar noch "bevor der Scheibengipfeltunnel-Effekt sich auswirken" könne, eine funktionierende Gewerbeinfrastruktur schaffen kann.
Alexander Schweizer geht auch davon aus, das Gebiet dort werde teilweise ein anderes Gesicht bekommen. Die alten "WaGo"-Gebäude seien ja nicht mehr alle vernünftig sanierbar, so würden dort moderne Nachfolger gebaut werden.
Die Aufgabe der Gemeinde in nächster Zeit werde es sein, zu eruieren, wie es dort mit der Parkplatzsituation aussieht; ob es Möglichkeiten gibt für öffentliche Stellplätze. Es gebe ja jetzt schon Klagen über fehlende Parkmöglichkeiten. Wenn Gelände übrig bleibt dafür, meint er, dann wolle das die Gemeinde anpacken, Geld für solche Infrastrukturmaßnahmen habe man sogar noch etwas übrig.
"Ein großer Wunsch ist damit für mich in Erfüllung gegangen, etwas wofür ich mich - seit in Eningen gewählt - eingesetzt habe: die Installierung eines regionalen Investors, der dort wieder Leben ermöglicht."
Und nun, so hoffe er, werde es auch in der Ortsmitte weitergehen, im noch brachliegenden Gelände zwischen Haupt-, Bahnhof- und Eugenstraße. Dafür könne er sich jetzt mit voller Kraft einsetzen, so auch dort in nächster Zeit eine für den Ort positive Entwicklung in Gang setzen.
Reutlinger GEA, 30.12.2011
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